Willkommen auf unserer Homepage.

Der „Verkehrsverein Gladbeck e.V.“ wurde am 04. April 1913 gegründet, ist also über 100 Jahre alt. Seit den Anfängen hat er sich auf die Fahnen geschrieben, die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt zu fördern, das Stadtbild zu pflegen und das Heimatbewusstsein in der Bürgerschaft zu beleben. Gemeinnützig und selbstlos. Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. Unser Online-Auftritt bietet Informationen über die Stadt Gladbeck, zu den unterschiedlichen Aktivitäten des Verkehrsvereins und anderes Wissenswertes. Viel Spaß beim Blättern und Lesen.

 

Die Städtepartnerschaft zwischen Gladbeck und Alanya besteht im September seit 25 Jahren – eigentlich ein Grund zum Feiern.

Im Mai hat aber der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt beschlossen, dazu keine offizielle Delegation nach Alanya zu entsenden.

Wegen der Verschiebung des Stadtfestes in Alanya und der angespannten politischen Situation in der Türkei gab es nur ein geringes Interesse der Ratsfraktionen an einer offiziellen Reise.

Bürgermeister Ulrich Roland hat seinem Amtskollegen diese Entscheidung in einem Brief mitgeteilt. Aus Alanya kam die Antwort, man habe Verständnis dafür und werde zum Appeltatenfest kommen, um dann das 25-jährige Jubiläum in Gladbeck zu  feiern.
Im Rathaus und in den Fraktionen hält man ein generelles Aussetzen der Städtepartnerschaft aber nicht für sinnvoll: „Man sollte nicht alle Brücken einreißen.“ … „Man darf nicht die Leute bestrafen, die mit der politischen Situation nichts zu tun haben“, so heißt es.
Auch der Freundeskreis Gladbeck - Alanya will seine Arbeit trotz aller Spannungen fortsetzen: Freundschaftliche Beziehungen und Begegnungen zwischen den Menschen seien in dieser schwierigen Zeit notwendiger denn je. Freundschaft bewähre sich gerade in schmerzhaften Zeiten. Der Gedankenaustausch mit Alanya bleibe Schwerpunkt des Vereins. „Eine solche Partnerschaft ist in Krisenzeiten wichtiger als in Sonnenscheinzeiten“, so Alt-Bürgermeister Wolfgang Röken (SPD), einer der beiden Vorsitzenden. „Wir müssen die Gesprächsbasis aufrecht erhalten“, ergänzt Müzeyyen Dreessen (CDU), die Co-Vorsitzende, und hofft, „dass sich die Verhältnisse in Zukunft bessern und wir wieder unbeschwert die Städtepartnerschaft mit unseren Freunden in Alanya pflegen können.“ Sie blickt für Gladbeck Unsere Stadt auf 25 Jahre guter Beziehungen zwischen den beiden Städten zurück:

Seit den 80er Jahren hat sich Alanya zu einem touristischen Zentrum entwickelt und zählt mit Antalya zu den schönsten Städten an der türkischen Riviera. Mit seinen zahlreichen Badeorten ist die Stadt am Mittelmeer ein Traum für Strandliebhaber.

Wer die Stadt zu voll oder verbaut findet, kann das gleich hinter den letzten Häusern beginnende Taurusgebirge mit seinem wilden und rauen Charme erkunden. Traumhafte Ausblicke auf das Meer, schroffe Schluchten, Schwindel erregende Serpentinen und eine herrlich klare Luft findet man so dicht an der Stadt wie sonst nirgends. Oder ein Ausflug mit dem Jeep oder Motorroller ‚auf die Yayla‘ – die Almen mit den Sommerhäusern – lohnt sich allemal.


Kontakte nach Gladbeck
„Dies ist eine Geschichte, die Geschichte zweier Städte. Eine Geschichte, die auf Freundschaft, auf Liebe, auf Teilen aufgebaut ist“, sagte Alanyas Bürgermeister Hasan Sipahioglu 2003 beim 10-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft. Diese Geschichte habe vor Jahren mit einem Frühstück in einem Café in Gladbeck angefangen.

Das Fundament dieser fortdauernden Begegnung sei vom damaligen Stellvertretenden Bürgermeister von Alanya, Fahri Yigit, Ratsmitglied Abdullah Karaoglu, sowie dem damaligen Gladbecker Bürgermeister Wolfgang Röken und MdL Manfred Braun gelegt worden.

Aber in Gladbeck war es nicht selbstverständlich, dass eine Stadt des Tourismus und nicht eine des Bergbaus Partner werden sollte. Schließlich besuchte eine Delegation aus Alanya Gladbeck im Dezember 1992. Zu Pfingsten 1993 fuhr eine Delegation unter Leitung von Bürgermeister Wolfgang Röken und Stadtdirektor Dr. Joachim Henneke nach Alanya.
Die Gespräche dort, die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen und die warme Sonne scheinen die Delegation aus Gladbeck überzeugt zu haben. In einer Sondersitzung des Rates am 14. Juni 1993 wird unter Tagesordnungspunkt 3 die „Städtepartnerschaft mit Alanya – Drucksache – Nr. 50/1993“ in Anwesenheit des türkischen Generalkonsuls, Doray Polat, und Alanyas stellvertretendem Bürgermeister, Fahri Yigit, beraten und die Städtepartnerschaft mit Alanya einstimmig beschlossen. Ursprünglich wollte der Rat erst in seiner Sitzung am 1. Juli 1993 die Partnerschaft beschließen.
Aber vor dem Hintergrund des Brandanschlages in Solingen am 29. Mai, bei dem fünf Mitglieder einer türkeistämmigen Familie ums Leben kamen, entschloss man sich, ein Zeichen der Freundschaft zwischen Türken und Deutschen zu setzen. Bereits im Dezember 1992 hatte es einen Aufruf des Rates gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus gegeben. Im Herbst 1993 beschließt auch der Rat von Alanya „mit der in den Grenzen von NRW liegenden Stadt Gladbeck“ die Städtepartnerschaft einzugehen.
Ziele der
Partnerschaft
„Die Städtepartnerschaft zwischen Alanya und Gladbeck soll dazu beitragen,
•    im Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen die Entwicklung beider Städte im Interesse ihrer Bürgerinnen und Bürger zu fördern,
•    das Verständnis der Menschen voneinander zu verbessern und so konkrete Beiträge zu leisten für das Miteinander beider Länder, ihrer Menschen und Kulturen,
•    die bestehenden Brücken zwischen Europa und dem Nahen Osten zu verstärken,“
heißt es in dem Abkommen, das am 10. September 1993 von den damaligen Bürgermeistern Cengiz Aydogan und Wolfgang Röken, sowie Stadtdirektor Dr. Joachim Henneke - unter Beteiligung des türkischen Botschafters Dr. Onur Öymen - unterschrieben wurde.

Insbesondere freundschaftliche Kontakte und Begegnungen im Bereich der Jugend, des Sports und der Kultur sollten gefördert werden. Beide Städte haben auch erklärt, freundschaftliche Begegnungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern zu unterstützen und die in Gladbeck lebenden türkeistämmigen Menschen in die Städtepartnerschaft mit einzubeziehen.
 
Am Tag nach der Unterzeichnung titelt die ‚WAZ‘: „Heute ist ein glücklicher Tag“. Die ‚Ruhr Nachrichten‘ schreiben: „Die Partnerschaft mit Alanya wurde besiegelt“.

Bürgermeister Wolfgang Röken betonte, dass die Partnerschaft die erste deutsch-türkische Städtepartnerschaft in NRW und „nach einer Welle ausländerfeindlicher Straftaten vor allem gegen die hier lebenden Türken“ entstanden sei.

Der Botschafter erklärte, dass Gladbeck mit Alanya eine sehr schöne Stadt zum Partner gewonnen habe und fügt schmunzelnd hinzu: „Alanya hat so viele Betten, dass alle Gladbecker gleichzeitig zu Besuch kommen können.“

Es gebe viele Städtepartnerschaften. Bei den meisten bleibe es aber bei Besuchen von ein bis zwei Delegationen zu bestimmten Zeiten des Jahres, sonst seien es nur Partnerschaften auf dem Papier, sagte Bürgermeister Hasan Sipahioglu in seiner Rede zum 10-jährigen Jubiläum: „Die Partnerschaft zwischen Alanya und Gladbeck ist anders. Wir sind uns so nah, als ob wir von gleichen Eltern sind. Unsere Begegnungen sind so zahlreich, als ob wir vom gleichen Brotlaib gegessen hätten. So hat es angefangen und so setzt sich das fort.

Von Beginn an begegnen sich die Menschen beider Städte sehr warmherzig“, führte er weiter aus. Diese Warmherzigkeit sei zu spüren, nicht nur in den Begegnungen der Menschen, sondern auch der Stadtspitzen.

Bürgermeister Eckhard Schwerhoff wurde ebenso wie sein Vorgänger, MdL Wolfgang Röken, 2003 zum Ehrenbürger der Stadt Alanya ernannt.

Die ‚Motoren‘ der Städtepartnerschaft, der damalige  Stellvertretende Bürgermeister Fahri Yiğit sowie Ratsherr Abdullah Karaoglu, erhielten wegen ihrer Verdienste für die Städtepartnerschaft im Februar 2003 die Gladbecker Stadtplakette.
Lehrer Behcet Sovuksu vom Heisenberg-Gymnasium förderte jahrelang den Schüleraustausch zwischen seiner Schule und einigen Schulen in Alanya und erhielt im April 2004 ebenfalls die Stadtplakette von Gladbeck sowie im Jahr 2008 Margret Schiffer, die als Mitinitiatorin Kontakte geknüpft und Beziehungen gepflegt hatte.

Die Städtepartnerschaft war inzwischen zu einer Brücke zwischen beiden Städten und Ländern, die Menschen in Alanya und Gladbeck waren zu Freunden geworden. Bürgermeister Ulrich Roland und sein Amtskollege in Alanya, Adem Murat Yücel, der seit 2014 amtiert, haben auch wiederholt erklärt,  dass die bisherigen guten Beziehungen fortgesetzt werden sollen. Denn, vielfältig war die Begegnung, auch über den Tourismus hinaus. Ein reger Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern, Erwachsenengruppen, Berufsgruppen und beiden Kommunen hat in dieser Zeit stattgefunden.

Dazu zählen u. a. der Schüleraustausch des Heisenberg-Gymnasiums,  regelmäßige Besuche in Alanya, die SPD-Ratsfrau Christa Bauer organisiert; Dialog- und Kulturreisen in die Türkei, mit Station in Alanya, durchgeführt von mir und dem Referenten für Erwachsenenbildung des ev. Kirchenkreises; gegenseitiger Meinungs- und Erfahrungsaustausch der Stadtverwaltungen, gegenseitige Besuche von Delegationen beider Städte zu besonderen Anlässen. Nicht zu vergessen die Kooperation beim Fotoprojekt ‚Öffne deinen Blick! – So lebt es sich in unserer Stadt der Kulturen!‘ im Rahmen von Kulturhauptstadt 2010 zwischen den Kommunen und Profi- und Hobbyfotografen.

Der Informationsstand der Stadt Alanya beim Appeltatenfest war inzwischen zu einem Ort der freundschaftlichen Begegnung geworden. Die aktuelle Appeltatenmajestät wird bis heute jedes Jahr für eine Woche nach Alanya eingeladen. „Alanya ist nicht nur die Sonnenterrasse unserer Stadt, sondern für den einen oder die andere auch eine zweite Heimat geworden“, sagte Bürgermeister Schwerhoff in seiner Rede zum 10-jährigen Jubiläum. Ein weithin sichtbares Symbol dieser Freundschaft sei auch die Moschee in unserer Stadt. Das Minarett wurde mit Unterstützung der Stadt Alanya errichtet.
Gründung des Freundeskreises
2013 feierten Alanya und Gladbeck das 20-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft und im September 2013 gründete sich der Freundeskreis Gladbeck - Alanya. Als gemeinnütziger Verein, in der Vorstands- und Mitgliederstruktur besetzt mit Menschen aus beiden Ländern, hat er sich zum Ziel gesetzt, durch Austausch, Dialog, kulturelle Beiträge, Reisen sowie  persönliche Kontakte und Freundschaften die Städtepartnerschaft zu unterstützen und mit Veranstaltungen und Projekten das Verständnis der Menschen untereinander zu fördern. Altoberbürgermeister Wolfgang Röken und ich, türkeistämmig-deutsch, sind als Doppelspitze die Vorsitzenden.

Gleich im Gründungsjahr des Vereins haben wir eine umfangreiche Dokumentation zum 20-jährigen Jubiläum über die Begegnungen und den Austausch von Beginn der Städtepartnerschaft an herausgebracht. Neben Vortragsveranstaltungen und Infoständen bei verschiedensten Veranstaltungen in der Stadt haben wir im Jahre 2016 eine Ausstellung mit dem Titel ‚Vielfalt des Zusammenlebens‘ erarbeitet. Die kulturelle Vielfalt der in Gladbeck lebenden Menschen, die aktuell durch den Zuzug vieler Flüchtlinge erweitert wurde, wird in einem positiven Rahmen dokumentiert. Die Ausstellung beinhaltet auch Bilder des Miteinanders der Kulturen und Religionen aus unserer Partnerstadt Alanya. Neben einer Fotoausstellung wurde ein Katalog dazu gedruckt. Die Ausstellung findet regen Zuspruch und ist als Wanderausstellung bereits vielfach gezeigt worden.

Entwicklung in Alanya
Auch Alanya hat in dieser Zeit der Städtepartnerschaft mit Gladbeck wie  inzwischen viele weitere Städte aus Europa und darüber hinaus eine besondere  Veränderung erfahren. Inspiriert von ihren Partnerstädten und den vielen dauerhaften Residenten hat sie sich anders entwickelt als viele andere türkische Städte. In Alanya lebt inzwischen die größte Anzahl deutscher Aussiedler in der Türkei. Mit rund 10.000 Deutschen haben sich in unserer Partnerstadt und deren Umfeld mehr Deutsche auf Dauer niedergelassen als Türkeistämmige in Gladbeck. Die Zahl der Europäer insgesamt liegt bei etwa 15.400 Menschen. Eigene Vereine, Zeitungen, Geschäfte und Lokale mit typischen Lebensmitteln und Schriftzügen in eigener Sprache dieser Minderheiten gehören zum Stadtbild von Alanya. „Ihr braucht uns nicht aufnehmen, wir sind schon Europa“, sagen Freunde in Alanya manchmal scherzhaft.

Beirat der Neu-Alanyaner
Als einzige Stadt der Türkei hat Alanya seit 2004 einen Ausländerbeirat aus freiwilligen Mitgliedern verschiedener Nationen. Er kann bei relevanten Themen beratend an Stadtratssitzungen teilnehmen. Ausländer mit Beratungsbedarf können sich an den Beirat wenden.

Er trifft sich einmal im Monat zu seiner offiziellen Sitzung und unterhält darüber hinaus ein Büro, das mehrere Tage die Woche für das Publikum geöffnet ist. Vorsitzender des ‚Neu-Alanyaner Beirates‘, ist Abdullah Karaoglu, ehemaliger Ratsherr und Mitbegründer der Städtepartnerschaft. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Rat ist er Vorsitzender geblieben. Im Dezember 2017 organisierte der Ausländerbeirat in Alanya in Kooperation mit der Stadt den 8. Internationalen Weihnachtsmarkt mit großer Beteiligung von vielen Vereinen und Verbänden der Minderheiten und Einheimischen und unter Beteiligung von Schulen.

Christen in Alanya
Christen aus Deutschland und anderen Ländern können Gottesdienste in ihren jeweiligen Sprachen feiern. Die Evangelische Kirche (EKD) schickt befristet evangelische Pfarrer nach Alanya. Alanya gilt offiziell als Außenstelle des in Antalya registrierten katholischen St. Nikolaus-Vereins.

Für Christen und sonstige nichtmuslimische Neu-Alanyaner stellt die Stadt ein eigenes Gräberfeld auf dem kommunalen Friedhof zur Verfügung. Wie die  Einheimischen zahlen auch sie keine Friedhofsgebühren.

Der ‚Freiheitlich Türkisch-Deutsche Freundschaftsverein‘ (Hür-Türk) in Alanya wird von dem ehemaligen stellvertretenden Bürgermeister und Motor der Städtepartnerschaft Fahri Yigit geführt. Der Verein wurde 1979 mit Unterstützung der CDU und der türkischen Gerechtigkeitspartei (AP) des damaligen Ministerpräsidenten der Republik Türkei, Süleyman Demirel, in Bonn gegründet und hat auch in Deutschland etwa 50 Ortsverbände. Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist hier wie in Alanya die deutsch-türkische Verständigung.

Angespannte Zeiten
In den letzten Jahren hat sich unter der AKP-Regierung die politische Lage in der Türkei sehr angespannt. Das Auswärtige Amt hat Sicherheitshinweise für Reisen in die Türkei veröffentlicht. Die Beziehungen beider Länder, aber auch viele Städtepartnerschaften werden dadurch belastet.

Bei einem ‚Tag der Städtepartnerschaften‘ im April 2018 in Dortmund wurde bei der Einführung durch Oberbürgermeister Ullrich Sierau und in den Grußworten von NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach und  Staatsministers a.D. Wolfram Kuschke deutlich, dass Städtepartnerschaften mit Kommunen in bestimmten Ländern auf eine schwere Probe gestellt sind. Sie seinen aber unerlässlich für Frieden und Verständigung zwischen den Völkern und für Annäherung und Veränderung durch Begegnungen und Gespräche.

NRW-Kommunen haben rund 35 Partnerstädte in der Türkei. Wie auch bei uns sind die Begegnungen und Reisen vielfach zurückgefahren worden. Der Schüleraustausch, der auch bei uns rege stattfand, konnte trotz unserer Bemühungen und der Bereitschaft von Lehrkräften nicht wieder belebt werden.
Es ist verständlich, dass wegen der Sicherheitslage und den politischen Spannungen Schulleitungen und Eltern Bedenken haben.

Müzeyyen Dreessen L