Ausbau der B 224 zur A 52

Entwurf des Autobahnkreuzes nach Umbau der B 224 zur A 52.
Entwurf des Autobahnkreuzes nach Umbau der B 224 zur A 52.

 

Forderungen der Stadt und Angebote von Land und Bund

Seit Jahrzehnten wird darüber diskutiert ob die vielbefahrene B 224 zur A 52 ausgebaut werden soll. Damit könnten die Zerschneidung unserer Stadt beendet, das Gebiet zwischen Stadtmitte und Butendorf völlig neu gestaltet und das tägliche Stop-and-go in Richtung Essen und zurück beendet werden. So die Position der Stadt. Sie schränkt  aber ein: Einem Ausbau der B 224 zur Autobahn A 52 kann nur zugestimmt werden, wenn er deutlich positive Auswirkungen für die Stadt Gladbeck, seine Bürgerschaft und seine Wirtschaft bringt.


Der Rat der Stadt hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder intensiv mit den Vorstellungen des Landesbetriebs Straßen NRW über den Ausbau der B 224 zur A 52 befasst. In seiner Sitzung am 14. Mai 2009 hat er dazu einen umfangreichen Katalog verabschiedet mit den Positionen der Stadt Gladbeck:

  • Durchgängige Tunnelführung von A 2 bis zur Erlenstraße
  • Zwei vollwertige Anschlussstellen im Zentrum mit Anpassung des   innerstädtischen Verkehrsnetzes
  • Hochwertiger Lärmschutz außerhalb des Tunnels
  • Stadtverträgliches Autobahnkreuz (keine Rampe in +2-Ebene)
  • Direkte Anbindung des Gewerbeparks Brauck
  • Stadtverträgliches Baulogistikkonzept für die Bauphase
  • Kein weiteres Planfeststellungsverfahren, bis Einvernehmen zwischen Stadt, Land und Bund erzielt ist

Bestätigt wurden und werden die Gladbecker Positionen durch die unmittelbar betroffenen Nachbarstädte Bottrop und Gelsenkirchen sowie die gesamte Emscher-Lippe-Region. Bereits im November 2009 haben der Landrat und alle Bürgermeister der Städte des Kreises Recklinghausen gemeinsam mit den Oberbürgermeistern von Gelsenkirchen und Bottrop die Positionen der Stadt Gladbeck für einen stadtverträglichen Bau der A 52 in einer gemeinsamen Resolution unterstützt. Bei der Emscher-Lippe-Konferenz am 19. Juni 2010 sagten Regierungspräsident Peter Paziorek und die Mitglieder der Konferenz ihre Unterstützung der Stadt Gladbeck zu.Auf Grundlage dieses Kataloges hat die Stadt Gladbeck intensive Verhandlungen mit Bund und Land geführt. Am 19. Dezember 2011 haben Staatssekretär Enak Ferlemann vom Bundesverkehrsministerium und Landesverkehrsminister Harry K. Voigtsberger der Stadt Gladbeck ein Angebot zum Ausbau der Bundesstraße zur A 52 unterbreitet und im Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt. Damit sei, so Bürgermeister Ulrich Roland, „die historische Chance eröffnet worden, die Zerschneidung unserer Stadt, die Trennung zwischen Stadtmitte und Butendorf endlich zu beenden."


Was haben Bund und Land zu bieten?

  • Bund und Land bieten einen geschlossenen, rund 1450 m langen Tunnel zwischen Phönix- und Graben-/Landstraße an. Für die weitere Strecke bis zur Erlenstraße wird ein Lärmschutz geplant. Die Finanzierung dieser Maßnahmen übernehmen der Bund als Baulastträger und das Land als Förderung städtebaulicher Integration. Die Stadt Gladbeck beteiligt sich mit einem Eigenanteil von zwei Millionen Euro.
  • Der Anschluss der A 52 ans Stadtzentrum erfolgt in Höhe der Schützenstraße und der Graben-/Landstraße über zwei Halbanschlüsse. Die Planung einer leistungs-fähigen Rampe an der Schützenstraße erfolgt im Einvernehmen mit der Stadt. Auf dem Tunnel entsteht eine Stadtstraße, die mit Kreisverkehren, Geh- und Radwegen, Grün und Beeten, Beleuchtung und Parkplätzen ausgestattet wird. Die Gestaltung wird mit der Stadt unter Berücksichtigung der Infrastruktur abgestimmt.
  • Finanziert wird diese neue Straße von Bund und Land, ebenso die notwendigen verkehrlichen Anpassungen auf den Teilabschnitten Horster Straße, Grabenstraße, Landstraße, Steinstraße und Goethestraße.
  • Ein Direktanschluss des Gewerbeparks Brauck an die A 52 in Höhe des künftigen Autobahnkreuzes mit der A 2 ist nicht vorgesehen.
  • Der Gewerbepark Brauck wird durch eine neue Erschließungsstraße, parallel zur künftigen A 52, in Höhe der Brauckstraße an die Anschlussstelle Bottrop-Boy angebunden. Ein Zubringer ist von der Europastraße westlich der Moltke-Halde zur Kösheide geplant. Finanziert werden diese Straßen durch Bund und Land.
  • Im Autobahnkreuz wird es einen etwa 12 m hohen "Überflieger" geben. Die Bereiche zum angrenzenden Wittringer Wald erhalten wirkungsvolle Lärmschutz-Vorkehrungen und werden durchgängig ansprechend gestaltet. Das gesamte Autobahnkreuz erhält eine lärmarme Fahrbahnoberfläche.
  • In allen offenen Abschnitten der A 52 auf Gladbecker Stadtgebiet werden die Fahrbahnen ebenfalls mit Flüsterasphalt ausgestattet. Zusätzlich werden zwischen der Stadtgrenze zu Bottrop und der Kösheide Lärmschutzwälle errichtet. Eine hochwertige Gestaltung sämtlicher Lärmschutzanlagen und Bauwerke, insbesondere der Tunnelportale in Abstimmung mit der Stadt Gladbeck wird garantiert. Entlang der A 2 wird zwischen dem Autobahnkreuz Essen/Gladbeck und der östlichen Stadtgrenze ein lärmarmer Fahrbahnbelag eingebaut.
  • Vor einem Planfeststellungsverfahren wird ein Gutachten zur Baulogistik erstellt. Ziel des Gutachtens ist die Minimierung der Auswirkungen auf die Stadt Gladbeck während der gesamten Bauphase. Es wird eine enge Abstimmung mit allen beteiligten Kommunen geben.
  • Ein weiteres Planfeststellungsverfahren wird es nur nach einem Kompromiss zwischen der Stadt Gladbeck, dem Land NRW und dem Bund geben.

               

Autobahnkreuz A52
Blick auf das Kreuz A2 / B224 heute.