Geschichte zum Anfassen

Relief Lambertikirche
Relief vor der Lambertikirche

Vor der Lambertikirche kann man die Vergangenheit Gladbecks im Wortsinn „begreifen“.
Dargestellt wird der Ort Gladbeck um 1820. Aus dieser Zeit stammt auch die älteste vorhandene Karte. Der Standort erinnert an die dörfliche Vergangenheit.

Mittelpunkt des kleinen Dorfes an der Gladebecke war die Lambertikirche, deren Anfänge um die Mitte des 9. Jahrhunderts angesetzt werden. Rund um die kleine Kirche – sie war erst um 1800 erbaut worden und musste 1896 der jetzigen Lambertikirche weichen – standen die kleinen Fachwerkhäuser der Bauern, Kötter, Handwerker und Krämer. Davon steht keines mehr. Straßennamen gab es noch nicht, die Felder begannen gleich hinter dem Dorf.

Zu sehen sind die Gladebecke, das Geburtshaus des berühmten Möbelkünstlers Johann Heinrich Riesener, der Standort der ehemaligen Quastenburg, die Dorfschule, die Brauerei van Ahlen. Besonderheit: die Pastorei stand nicht neben der Kirche, sondern wo heute die Stadthalle steht. Östlich und nördlich der kleinen Kirche lag der Friedhof.

Einige Anwohner hatten einen Anbau über die Gladebecke gebaut. Sie hatten eine Toilette mit Wasserspülung. Zum Glück hatte die Brauerei van Ahlen etwas unterhalb eine eigene Quelle, van Ahlens Welle.

Die Bäume auf dem Relief sehen aus wie Tannen. Tatsächlich hatten die alten Gladbecker aber Obstbäume gepflanzt. Die brauchten sie, wenn sie zum Lambertimarkt am 17. September Appeltaten verkauften. Die „Tannen“ sind vom Relief nicht so leicht abzubrechen wie Obstbäume. Schließlich war das Kreuz auf der Kirche schon nach einem Tag verschwunden.

Die Idee, Gladbecker Ortsgeschichte auf einem Relief bildlich darzustellen, hatte der Verein für Orts- und Heimatkunde im Jahre 2003. Bei der Überlegung, wie die Idee umgesetzt werden könne, kam der Vorstand rasch auf die Gladbecker Künstlerin Anneliese Quinders. Sie hat nach alten Plänen und mancherlei Hinweisen das Relief erstellt. Zeichnungen des Gladbeckers Franz Wegener, der um 1890 seinen Heimatort in zahlreichen Bildern festhielt, waren wertvolle Hilfen. 

Der Bronzeguss hat die Firma Butzon und Bercker in Kevelaer ausgeführt. Den Sockel stellte die Gladbecker Steinmetzfirma Alexander her.

Die Aufstellung des Reliefs wurde ermöglicht durch Unterstützung heimischer Firmen, zahlreicher Bürger und den Verein für Orts- und Heimatkunde. 


So der Verein auf seiner Internet-Seite