Kappensäule

Kappensäule
Kappensäule in Gladbeck

Die Stadtgeschichtssäule bei der städtischen Galerie im Rathauspark ist eines der bedeutsamsten Werke des Gladbecker Bildhauers Gottfried Kappen (1906-1981) und ebenso wohl auch eines der bedeutendsten Kunstwerke der Stadt. 1969, zum Jubiläum 50 Jahre Stadt, schenkte der Verkehrsverein den Bürgern diese Bildsäule aus Polyester, die schon bald nur noch Kappensäule hieß und bis heute ein Begriff  ist.  Von den Wildpferden an der Gladebeke über bronzezeitliche Urnenfunde in Ellinghorst, von frühesten Besiedlungen, von mächtigen Fachwerkhäusern der sächsischen und karolingischen Zeit erzählt die Säule. Auch über die Christianisierung und die alte Zwiebelturm-Dorfkirche, über Haus Wittringen im 13. Jahrhundert und über Johann Heinrich Riesener im Lorbeerkranz des Weltruhms, über Fördertürme und Schlote aus der Bergbauzeit und von der Trümmerstadt am Ende des 2. Weltkriegs gibt sie Auskunft. Mit Hochhauszeilen in der Höhe der Säule hinterfragt der Künstler kritisch die Zukunft seiner Heimatstadt. So stellt der Verein für Orts- und Heimatkunde die Kappensäule auf seiner Internet-Seite vor.

In einem Beitrag in  „Gladbeck Unsere Stadt“, Heft 2004/2 schreibt Erna-Johanna Fiebig: „Unverwechselbare Originalität und Identität erreichte Gottfried Kappen mit einem Werkstoff, für den er richtungweisend und Lehrmeister geworden ist, dem Polyester. Aus des Bildhauers ursprünglich strikter Ablehnung von Kunststoff wurde Faszination für Polyester. 'Das ist der einzige Kunststoff, der sich mit der Hand formen lässt; ich kann ihn gießen, modellieren, spachteln', zitiert Museumsleiter Dr. Wolfgang Schneider den Bildhauer. Kappen war der erste, der als Künstler mit Polyester arbeitete. Er löste Anfang der fünfziger Jahre ein Problem, das bis zu diesem Zeitpunkt noch unbewältigt war. Es gelang ihm, Gießlinge aus Polyester herzustellen. Temperaturen zwischen fünf und zehn, niemals über 15 Grad, müssen gehalten werden, fand er nach unzähligen mühevollen Experimenten heraus.“